VAS DairyComp Tipp: Klinische Mastitis

By JJ

Uelzen

Diesen Monat beschäftigen wir uns im VAS Tipp mit klinischen Mastitiden. Diese Erkrankung ist sehr kostenintensiv. Schlechte Hygiene oder eine fehlerhafte Melkanlage, sowie eine schmutzige Umgebung können Mastitis auslösen, jedoch werden die meisten Mastitisfälle durch infektiöse Erreger verursacht. Die Behandlung einiger Mastitiserreger mit einem Antibiotikum ist wenig bis gar nicht erfolgsversprechend. Durch eine schnelle Identifizierung der Erreger können der Antibiotikaeinsatz und die Tage der Kühe im Krankenstall reduziert werden. Darüber hinaus wird durch einen verzögerten Behandlungsbeginn (ca. 24h) die Therapie nicht beeinträchtigt. Mit DairyComp können Milchviehbetriebe Prozesse automatisieren und Kulturergebnisse von einem zertifizierten Labor importieren. Die Betriebe können den Erreger vor der Behandlung identifizieren und die Mastitiden dann zielgenau behandeln. Mit einer erregergestützten Therapie haben die Betriebe die Möglichkeit, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren und den wirtschaftlichen Erfolg zu erhöhen.

Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt sehr wichtig, um passende Behandlungsprotokolle für die Erreger zu erstellen. Zudem besteht in DairyComp die Möglichkeit Mastitisbehandlungen zu automatisieren. Um „MAST-Eingaben“ in DairyComp zu automatisieren, müssen basierend auf der Erregeridentifikation, die Diagnose, die Dateneingabe und die Behandlungsprotokolle standardisiert werden. Dies schafft einfach abzuarbeitende Behandlungslisten, erleichtert die Mastitisanalyse und die Medikamentenverfolgung erheblich.

Behandlungslisten werden täglich verwendet, um sicherzustellen, dass alle Protokolle befolgt und Tiere entsprechend den Kulturergebnissen behandelt werden (Abb.1)

Abbkürzungen der Behandlungsliste: ID=Tiernummer, DIM=Tage in Milch, WMLK1=wöchentliche Milchleistung, DMLK1=derzeitige tägliche Gesamtmilch, DIH=Tage in der Krankengruppe, XM oder XMAST=Anzahl Mastitiden in dieser Laktation, XL oder XLAME=Anzahl der Lahmheiten in dieser Laktation, REM=Kommentar, MKDAT=Datum Ende der Milchwartezeit

Sobald dieses Programm eingerichtet ist, stehen wertvolle Daten für die Überwachung von Protokollen und Analysen zur Verfügung. GUIDE kann verwendet werden, um Sie bei Auswertungen der klinischen Mastitiden zu unterstützen (Abb.2).

Folgende Fragen über die klinische Mastitis werden in GUIDE beantwortet:

Aber vorweg noch zwei Hilfen:

a) Wie stelle ich eine Lücke bei einem Ereignis ein?

  • Lücke oder auch Gap gennant, wird verwendet, um zu definieren, wann ein neuer Fall von MAstitis eintritt. Mann kann eine Anzahl von Tagen eingeben, nach denen eine weitere Mastitis als neue Erkrankung gezählt wird.
  • Einstellung der Lücke unter: ALTER in die Befehlszeile eingeben
  • 9(Benutzerdefinierte Ereignisse) auswählen
  • MAST (Nummer 38) anklicken und in den Kasten “Lücke doppeltes Ereignis” die Anzahl der Tage angeben, die bei der Auswertung mindestens zwischen zwei selbstständigen Erkrankung liegen muss

b) Wie lege ich Protokolle an?

  • ALTER in die Befehlszeile eingeben
  • 7(Protokolle) auswähle
  • Links oben auf “Hinzufügen” klicken
  • Ereignis auswählen (egal welches, kann im nächsten Fenster geändert werden)
  • Im ersten Feld oben die Beschreibung für das Protokoll
  • Im zweiten Feld darunter das gewünschte Ereignis auswählen, zu dem das Protokoll gehören soll (in unserem Fall: MAST mit der Nummer 38)
  • Folgen Sie den Beschreibungen der Felder
  • Hinweis: Die Beschreibung der einzelnen Medikamente werden nur auf der Behandlungsliste angezeigt, wenn sie unten bei Details eingetragen werden!

1. Hat sich das monatliche Niveau und das Risiko einer Ersterkrankung an Mastitis geändert? (Abb.5)

2. Was hat sich in den letzten 18 Monaten (gemessen an dem Abstand einer Mastitis) verändert? Dieser Abstand wird verwendet, um zu definieren, wann ein neuer Fall von Mastitis eintritt. Den Abstand kann jeder Betrieb individuell einstellen. In unserem Beispiel sind 14 Tage eingestellt (Abb. 6).

3. Hat sich das Muster der Protokolle für klinische Mastitis im letzten Jahr für bestimmte Monate geändert? Dadurch können Sie sehen, welche Protokolle verwendet werden und ob Änderungen vorgenommen wurden (Abb. 7).

4. Hat sich das Eingabemuster Mastitis bedingter Behandlungen geändert? So können Sie sehen, ob sich Protokolle für Folgebehandlungen geändert haben (Abb. 8).

Die Anwendung von DairyComp kann bei der erregerbasierten Mastitisbehandlung den Einsatz von Antibiotika verringern und den wirtschaftlichen Erfolg erhöhen. Es bietet Ihnen zudem wertvolle Management-Informationen für die Überwachung von Protokollen und Mastitiserregern.